8.03 Uhr: Die amtliche Genehmigung für die Loveparade geht per E-Mail bei der Polizei Duisburg ein.

8.23 Uhr: Die Polizei bemängelt unvollständige Absperrungen zwischen Veranstaltungsgelände und Bahngleisen.

10.05 Uhr: Der Krisenstab der Stadt Duisburg kommt zusammen.

11.53 Uhr: Die Polizei fordert, endlich das Gelände zu öffnen.

12.01 Uhr: Der Platz wird mit einstündiger Verspätung freigegeben. Bis zuletzt walzen Planierraupen Kies platt.

13.01 Uhr: Die Eintrittsschleuse an der Karl-Lehr-Straße droht, von Tausenden Ravern überrannt zu werden.

13.33 Uhr: 20 000 Menschen drängen auf die Anlage.

13.44 Uhr: Die Polizei warnt vor einem Massenansturm bei einsetzender Musik, regt deshalb an, die Schleusen weiter zu öffnen.

14.42 Uhr: Immer mehr Besucher bleiben auf der Rampe stehen. Rückstau bis in den Tunnel.

15.12 Uhr: Schichtwechsel der Polizei auf der Rampe. Mehrere Bullis kommen und rücken wieder ab.

15.20 Uhr: Der Rückstau reicht bis in beide Seiten des Tunnels, immer mehr Menschen strömen nach.

15.29 Uhr: Aus dem Polizeihubschrauber werden  350 000 bis 500 000 Raver in der ganzen Stadt gezählt.

15.34 Uhr: Erste Zäune werden eingerissen, die Besucher im Rückstau strömen unkontrolliert aufs Gelände.

15.50 Uhr: Die Schleusen vor dem Tunnel werden geschlossen, Polizeiketten gebildet.

15.58 Uhr: Zwei Lautsprecherwagen der Polizei fallen aus – technischer Defekt und Vandalismus eines Betrunkenen.

16.02 Uhr: Massiver Durchbruch von Besuchern, es gibt Tumulte mit Verletzten. Eine dritte Polizeikette wird auf der Rampe gebildet. Ein Pfropfen aus Menschen entsteht.

16.10 Uhr: Innenminister Ralf Jäger (50, SPD) erkundigt sich in der Einsatzzentrale über den Verlauf der Loveparade, von Problemen ist nicht die Rede.

16.11 Uhr: Der Druck auf die Polizeiketten ist zu groß, die Sperren brechen auf.

16.17 Uhr: Erste Besucher klettern jubelnd über die Treppe nach oben.

16.19 Uhr: Raver drücken Zäune nieder, darunter liegen Polizisten. Um sie zu retten, setzen andere Beamte Pfefferspray ein.

16.22 Uhr: Erste Sanitäter werden für den Tunnel angefordert.

16.23 Uhr: Tausende Besucher durchbrechen Absperrungen, rennen auf die A 59.

16.24 Uhr: Die 3. Polizeikette auf der Rampe löst sich auf.

16.28 Uhr: Ein Rettungswagen fährt durch die Schleuse. Hunderte Besucher strömen in den Tunnel nach.

16.35 Uhr: In Panik klettern die Menschen auf Flutlichtmasten und auf den Container des Crowd-Managers.

16.40 Uhr: Die Feuerwehr registriert erste „panikartige Bewegungen“. Menschen werden überrannt.

16.42 Uhr: Besucher melden: „Im Tunnel kippen die Menschen reihenweise um.“

17.02 Uhr: Die ersten beiden Todesfälle werden bekannt.

17.10 Uhr: Die Polizei fordert immer wieder Sanitäter an. Im Chaos kommen sie nicht bis zu den Verletzten durch.

17.22 Uhr: Hundertschaften räumen die Tunnel, ein Behelfslazarett an der Rampe wird eingerichtet.

17.29 Uhr: Polizisten melden 15 bis 20 Tote an der Rampe.

17.36 Uhr: Der Bahnverkehr nach Duisburg wird eingestellt, das Handynetz bricht komplett zusammen.

19.30 Uhr: Der Katastrophenort wird als Tatort abgesperrt. Die Mordkommission nimmt Ermittlungen auf

 

Inzwischen belegen mehrere interne Dokumente, dass Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland sehr wohl von den Gefahren gewusst haben muss – und dass offenbar massiv politischer Druck ausgeübt wurde!

SKANDAL-PROTOKOLL LOVEPARADE.

Juli 2007
Der Stadtrat beschließt, die Loveparade nach Duisburg zu holen.

Herbst 2008
Die Polizei äußert erste Zweifel.

Anfang 2009
Duisburgs Polizeipräsident Rolf Cebin (65) warnt vor „eklatanten Sicherheitsmängeln“.

Februar 2009 
Der Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg (CDU) drängt in einem Brief an den NRW-Innenminister auf Ablösung des Polizeipräsidenten. Dessen Zweifel an der Loveparade führten zu einer „Negativberichterstattung in der gesamten Republik“.

2. Oktober 2009
Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (55, CDU) teilt offiziell mit, dass „die nächste Loveparade im Sommer 2010 in Duisburg machbar ist“.

Oktober 2009
In einem Schreiben der Berufsfeuerwehr an OB Sauerland heißt es, dass das Gelände am alten Güterbahnhof „physikalisch nicht geeignet“ für eine Veranstaltung dieser Größenordnung sei.

23. Januar 2010
Loveparade-Chef Rainer Schaller über das Sicherheitsproblem: „Wir haben die vorgesehene Fläche schon intensivst geprüft. Das kriegt man hin, wenn alle an einem Strang ziehen.“

März 2010
Die Stadtverwaltung Duisburg lädt 40 Experten zur Tagung: „Risiko und Planung einer Großveranstaltung“. Auch dort raten Experten ab.

18. Juni 2010
Sitzung der Verantwortlichen im Rathaus. Im Sitzungsprotokoll, so berichtet die „WAZ“, wird festgehalten, wie der Ordnungsdezernent Druck ausübt: „Herr Rabe stellte fest, dass der OB die Veranstaltung wünsche und dass hierfür eine Lösung gefunden werden müsse. Die Anforderungen der Bauordnung, dass der Veranstalter ein taugliches Konzept vorlegen müsse, ließ er nicht gelten.“

Der Ordnungsdezernent fordert das Bauordnungsamt auf, „an dem Rettungswegekonzept konstruktiv mitzuarbeiten“.

Stadtbaudezernent Jürgen Dressler prüft das Schreiben, schreibt daraufhin: „Ich lehne aufgrund dieser Problemstellung eine Zuständigkeit und Verantwortung (...) ab.“

13. Juli 2010
Schreiben der Deutschen Bahn an ihre Mitarbeiter: „Der Veranstalter rechnet mit ca. 1,5 Millionen Besuchern.“ 700 Sonderzüge sollen Gäste nach Duisburg bringen.

15. Juli 2010
Noch neun Tage bis zur Loveparade. Sitzung im Rathaus mit 36 Teilnehmern. Im Protokoll, das BILD vorliegt, heißt es: Der Vertreter des Bauamts könne noch keine Aussage zum Genehmigungsverfahren machen. Weiter: „In den Vorträgen wurden hauptsächlich die Themen Pressearbeit und Werbung besprochen.“

21. Juli 2010
Die Bauaufsicht erteilt die „Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung“. Ein Sachbearbeiter des Bauamtes befreit die Organisatoren von der Vorschrift, die vorgeschriebenen Fluchtwege einzuhalten. Das Gelände wird für 250 000 Personen zugelassen. Das Brandschutzkonzept liegt noch nicht vor. Es soll am 22. Juli nachgereicht werden.

23. Juli 2010
In mehreren Sitzungen wird erneut über die Sicherheitsfrage debattiert. Feuerwehr und Polizei machen deutlich, dass die Großveranstaltung so nicht stattfinden kann. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung Duisburg unterzeichnet dennoch die letzte Genehmigung.

24. Juli 2010
Hunderttausende Technofans strömen auf das Festgelände. Gegen 17 Uhr bricht die tödliche Panik aus.

25. Juli 2010
Die endgültige Genehmigung geht beim Innenministerium von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ein.

27. Juli 2010
Das nordrhein-westfälische Innenministerium macht dem Veranstalter der Loveparade in Duisburg den Vorwurf, weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt zu haben als angekündigt.

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